Laufen

2018-07-31 08:09 von curie_ce

Auch wenn ganz Deutschland gerade unter einer Hitzewelle stöhnt und jeden Tag die 30-Grenze locker erreicht wird, lasse ich nicht nach.

Laufen – seit April wieder so aktiv, dass mir schon etwas fehlt, wenn ich es nicht tue.

Angefangen mit einem Aufruf in der Zeitung. Couch tauschen mit Laufschuhen – fit werden und am Ende im September den Wolfsburger Marathon mitlaufen. Nicht auf der Königsstrecke, aber immerhin die 10 km als Ziel vor den Augen. Am Anfang waren es kleine Schritte. 2 min Laufen, 3 min Gehen – so begang die allererste Trainingsstunde. Damals habe ich nie geglaubt, einmal am Stück länger als eine Stunde Laufen zu können.

Es geht. Es geht gut, ich tu es gern. Genieße die frühe Morgenstunde, in der dann auch noch Rehe vom Feld in den Wald wechseln und mir nahe legen, die Sonne nicht zu sehr zu genießen. Oder der Feldhase, der sich in seiner Abendruhe gestört fühlt und hakenschlagend ein Stück meinen Weg begleitet. Oder die alte Bahnlinie, markiert mit den Kilometersteinen, ausgebaut zu einem schönen Laufweg und mir Ansporn gebend für die zurückgelegte Strecke.

Die Zeit wird protokolliert. Hier merke ich, wie sehr ich diese Bestätigung brauche. 7 km geschaft; 50 min geschafft; heute nur 4 km, dafür aber schneller als sonst; ja, Hausaufgaben erledigt. Manchmal mit dem Fahrrad unterwegs.

Jetzt läuft der Countdown und ich verzage. Schaffe ich die 10 km wirklich ? Hab ich mir zuviel vorgenommen ? Werde ich irgendwann auch mal schneller ? Hab ich genügend Kraft und Energie um durchzuhalten ?

Laufe ich weg ???

Wandern – Ausgleich zum Alltag

2017-06-25 11:55 von curie_ce

Stonehenge Deutschland

Wandern – gibt mir derzeit viel Ausgleich. Wiederentdeckt als Mittel, zu mir zu kommen, Gedanken frei, allein sein zu können und es in vollen Zügen zu genießen. Landschaftsentdeckungen in der Region.

Wandertour: Stonehenge von Deutschland

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Wandertour: Brunnen- und Quellenwanderung Wolfsburg

 

Krebs ist ein Arschloch

2017-04-20 21:39 von curie_ce

Liebe Evi,

dies ist ein Brief, der so lang in meinem Kopf gelegen hat, dass er Dich nicht mehr erreicht hat.

Ich glaube nicht an Gott oder Wiedergeburt, aber ich habe die Hoffnung, dass die Gedanken, die ich festgehalten habe, Dich doch noch irgendwie erreichen und begleiten. Die letzten Monate habe ich so intensiv erlebt und über Dich erfahren, wie viele Jahre vorher nicht.

Es ist schon eigenartig, Du warst immer da. Immer da, wenn wir Kinder uns beim von der Schaukel springen die Knie aufgeschürft haben, warst da, wenn wir das ganze Bad vom Opa so überschwemmt haben und dann glückselig in das weiche Handtuch eingekuschelt wurden vorm ins Bett gehen. Warst da, als ich meine schlimmsten Verluste erlitten habe – hast mich angerufen, mich getröstet, mich ermutigt weiterzumachen. Du warst immer da und für mich immer verbunden mit dieser schönen Stadt. Bautzen und Du – Ihr wart für mich eine feste Größe.

Viele Jahre durfte ich nicht zu Dir, konnte nur über Umwege mit Dir sprechen. Mutti hat mir viel von Dir erzählt, sie hatte in Dir immer ihre zweite Hälfte. Du warst für sie wichtig, sie hat sich Rat geholt, sie hat sich mit Dir gefreut, hat mit Dir gelitten, hat mit Dir geweint und gehofft. Sie wollte Dich stark machen und hat Dich doch auch in ihre Arme genommen. Manchmal denke ich, Du warst die Stärkste von uns allen – Du hast die meiste Kraft für Dein Leben gebraucht und Du hast immer viel Kraft für alle andere abgegeben.

Du hast die letzten Monate deines Lebens auf der einen Seite genießen können, hast Dir Wünsche erfüllt, die klein aber umso drängender waren. Auf der anderen Seite war die Krankheit in den letzten Monaten für Dich die größte Last Deines Lebens. Ich bewundere, wie Du damit umgegangen bist.

Du hast viel gelacht und gelächelt. So viel wie viele Jahre nicht. Du hast Deine Kinder zum zusammen reden gebracht. Einig sind sie sich nicht, aber sie haben wenigstens wieder miteinander gesprochen. Du hast die Hochzeit Deiner Enkelin erleben dürfen, auf den Fotos siehst Du glücklich aus, sehr glücklich und zufrieden. Da hat eine etwas getan, was Du Dir gewünscht hast: Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Freude am Leben, eine liebevolle Familie, Vertrauen und Gemeinsamkeit. Ich freue mich so sehr, dass Du das noch erleben konntest und weißt, dass es das in Deiner Familie gibt.

Liebe Evi, als ich erfahren habe, dass Du den Kampf verloren hast, war das nachhallende Echo: Krebs ist ein Arschloch. Zeilen in einem Tweet, so krass und hart und deshalb genau das, was ich gefühlt habe. In dem Moment hatte ich keine Tränen.

Du bist die zweite Hälfte von meiner Mum. Du fehlst ihr. Was kann ich tun ? Hast Du einen Rat für mich ?

Verrückte Welt und normale Frau

2017-01-24 22:08 von curie_ce

Ich habe gerade das Gefühl, dass die ganze Welt verrückt ist.

Und ich bleibe dabei so völlig normal, ruhig, unaufgeregt. Dabei habe ich Angst, Wut, bin enttäuscht, frustriert. Aber ich bin ruhig, normal, so gar nicht aufgeregt, nicht laut. Wie kaltgestellt. Erzogen zum Nichtssagen, Nichtstun, …

Ich habe Angst vor diesen Egomanen, die in Russland, Ungarn, der Türkei und neuerdings in den USA regieren. Ich habe Angst, weil das so weit weg von Demokratie ist, wie es nur sein kann. Alte autokratische Männer fangen an, unsere Welt zu regieren. Und wir sind so machtlos, willenlos, lassen alles geschehen, warten ab.

Die Welt ist verrückt, nur ich bin es nicht.

“Du bist ein Solitär” – wow, so ein Feedback. Ein einzeln gefasster Edelstein, aber auch eine einzelne Pflanze, ein besonderes hervorstehendes Bauwerk, etc. Bin ich einsam oder einzigartig ? Bin ich allein oder Besonders ?

Ich bin normal.

Ein Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Ich bin auf dem Weg, habe den ersten Schritt gefühlt getan. Aber im Moment stehe ich nur rum. Obwohl ich mich gerade so unwohl fühle, weil ich nichts tue. Nichts tue gegen genau das, wovor ich gerade so viel Angst habe.

Ich will etwas tun. Auf jeden Fall meine Meinung sagen. Wenigstens das.

Zu Hause

2016-03-13 15:25 von curie_ce

Seitdem ich die Kilometerzahl auf der Autobahn deutlich reduziert habe, ist auch mein digitales Mitteilungsbedürfnis geringer geworden.

Die Menschennähe lässt spüren, dass Digitales immer nur Ersatz für nicht vorhandenes persönlich Berührendes. Das ist so, als wäre dieses “1″ und “0″ ausreichend für die große Entfernung, wie Gänseblümchen  -  er liebt mich  -  er liebt mich nicht  -  ich bin da  -  ich bin nicht da  -  ich bin zu Hause  -  Du bist weit weg….

Die Blätter sind alle und ich muss den Stengel nicht wegwerfen, ich kann mich auf die Wiese legen, Schneeengel spielen und die Gläser am Abend klingen lassen, wenn der Grill raucht und die Türen weit offen stehen. Wieder angekommen.

Worte stehen nicht mehr auf dem weißen Hintergrund im Messenger sondern füllen den Raum. Kommen an und zaubern Lachfalten ins Gesicht, oft jedenfalls. Manchmal wird es auch lauter und manchmal zeigt sich, dass die Haut sehr dünn geworden ist unter der Spannung der Entfernung. Dann ist diese Anziehungskraft wieder anziehend, die Tränen nur kurzlebig und schnell getrocknet unterm Tempo von Dir.

Plötzlich gibt es auch wieder das Gefühl von Leichtigkeit, dass sich einstellt, wenn man unter Freunden nicht so Ernst genommen wird und sich trotzdem Ernst genommen fühlt. Wenn man mit beiden Rädern auf der Straße steht und gemeinsam Flügel bekommt im Fahrtwind.

Ich bin zu Hause.

Mauerfall

2014-11-09 23:46 von curie_ce

Diese Woche ist mir so richtig klar geworden, wie irrelevant ein persönliches Jubiläum ist, wenn die Weltgeschichte geschrieben wird. Und man daran auch irgendwie beteiligt war. Auch wenn es vielleicht in dem Moment nicht so schien.

Vor 25 Jahren hatte man das Gefühl, dass plötzlich die Zeit stillsteht und dann auf einen Schlag alles wie im Zeitraffer vor sich geht – schneller als je vorher und schneller als in all den Jahren danach.

Wenn ich an den Orten der Geschichte stehe, an den Mauern, den jetzt offenen Straßen oder auch den Bahnhöfen, dann kommen mir manchmal die Tränen. Dann denke ich an meine ganz persönlichen Stunden und Tage, wie ich erlebt habe, dass es plötzlich eine neue Welt gab. Dann werde ich ganz still und danke allen, mit deren Hilfe diese Welt friedlich geblieben ist, die Revolution friedlich geblieben ist.

Der Tag heute war schön. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, fröhliche Menschen. Danke.

Menschen

2014-09-11 16:18 von curie_ce

Der Schlüssel zum Erfolg sind nicht Informationen.
Das sind die Menschen.

Das ist heute wieder eine wichtige Erkenntnis. Und zwischen Menschen braucht es Kommunikation. Gute Kommunikation – mit Zuhören, Verstehen, Reflektieren.
Verstehen und Verständnis entwickeln und dann feststellen, dass man verstanden wird.

Das war heute ein guter Tag. Mit Menschen – und mit guten Gesprächen. Danke.

Vorstellungen

2014-06-15 21:23 von curie_ce

Wir haben Wertepaare, die uns begleiten und unser Handeln bestimmen sollen.
Eines davon ist mir in diesem Jahr besonders wichtig. So wichtig, dass ich mir daraus einen Vorsatz entwickelt habe.

Ich nehme mir die Freiheit, in meinem Tun Verantwortung zu übernehmen.

Ich will etwas tun, bewegen, umsetzen. Ich brauche dazu eine Freiheit, Entscheidungsfreiheit, ein Maß an Möglichkeiten und Verantwortung. Ich brauche dafür das Vertrauen der Anderen, Kollegen, Vorgesetzten, Kunden. Und ich möchte die Verantwortung übernehmen für das, was ich da tue. Verantwortung im vollen Umfang, nicht nur damit ich es tun darf, sondern auch, damit die Konsequenzen auch meine Konsequenzen sind und ich Entscheidungen treffen kann.

Ich merke gerade wieder einmal, dass ich viel will. Zuviel ?
Ist meine Ungeduld zu groß ? Die große Politik hat auf mich Auswirkungen, mit denen ich so ganz und gar nicht zufrieden bin. Ich bin wohl zu weit wegvom Zentrum der Macht.

Und nun ? Jetzt suche ich wieder meinen Weg. Versuche, mich nicht zu verlieren. Meinen Anspruch anzumelden und trotzdem gemeinsam mit den anderen etwas zu bewegen.

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In den letzten Wochen habe ich meine Freunde vernachlässigt. Nun weiß ich aber noch nicht so recht, warum dies geschehen ist. Ich habe mich konzentriert. Auf meine Familie vor allem. Auf das, was uns bewegt und betrübt, was wir gerade tun im Haus, im Garten, an den Wochenenden. Mein Motorrad habe ich bewegt, viel und gern, in Kurven und mit vielen Mitfahrern.

Und die anderen ? Müssen gerade oft warten. Warten auf Antworten, auf Besuche, auf Nachrichten, auf Treffen. Sie fehlen mir auch. Gespräche in der Runde 40 haben seit mehr als einem Jahr Pause. Treffen mit Freundinnen werden immer wieder verschoben und so oft dann abgesagt. Dynamik der Projekte oder doch eher Kompensation von zuvielen Verpflichtungen ?

Es tut mir leid darum. Ich hoffe nur sehr, dass diese Freundschaften es aushalten. Es gibt eine Aussage: Egal, wie lang man sich nicht gesehen hat, eine echte Freundschaft ist es dann, wenn man bei einem Treffen das Gefühl hat, dass man sich erst gestern das letzte Mal gesehen hat.

Manchmal funktioniert das wirklich. Und manchmal darf man auch spontan sein.
Letzte Woche kam eine SMS: “Ich bin am 22, 14.00 Uhr bei Dir. OK ?” – Antwort: “Ja :-D , es ist super. Ich freue mich.” Heute hab ich eine geschrieben: “Hallo, hast Du nächsten freitag Zeit ? Mittag in der Kantine ?” – Antwort: “Gern, wir treffen uns 12:00 Uhr”
Es geht. Langsam fang ich wieder an. Nehme die Fäden wieder auf. Knüpfe sie zusammen. Stärke das Netz wieder. Es fehlt mir sonst. Es tut mir eben nicht mnur leid. Diese Runden fehlen mir, weil sie mich stärken. Gedankenaustausch zu beruflichen Themen aus ähnlichen Perspektiven aber völlig ohne Eigeninteressen. Echte Hilfestellung und Diksussion, Beratung und Coaching. Geländer an der Treppe, die ich mir baue.

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Meine Kopfschmerzen kommen wieder. Schwindel, Sehstörungen, Stechen in Ohr, Auge, Kopf.
Ich habe Angst. Ich habe einen Dickschädel. Schutz für mich. Genug ? Der Gang zum Arzt wird wohl doch irgendwann nötig. Noch schiebe ich. Der letzte Scan hat keine Schatten gezeigt. Ich vertraue derzeit, dass es so bleibt. Meine Unruhe wird davon aber nicht geringer.

Weniger tun wie beim letzten Mal ? Mehr Schlafen, Abstand nehmen. Weniger Wollen, weniger Arbeiten ? Warum immer nur weniger ? Mehr Genießen, mehr Leben, mehr bekommen an Kraft, Lust, Freude, Glück.

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Meine Vorstellung von Glück und Zukunft stehen auf dem Prüfstand.
Ich muss mich entscheiden, was ich will. Ich habe eine Wahl.

Frühlingsanfang 2014

2014-03-20 23:59 von curie_ce

18 Stunden volle Power.
Das Wetter verausgabt sich genauso wie ich.
Am Ende des Tages kann ich ein Fazit ziehen.

Ich habe eine Liste mit Plus und Minus. Wenn ich die nicht hätte, würde ich sagen, es war ein Tag, nach dem ich so richtig am Boden zerstört bin. Aber die Anzahl der Pluspunkte überwiegt. Also stecke ich den Tiefschlag ein, der mich umgehauen hat, steh auf und schau, wo die nächste Herausforderung auf mich wartet.

Und so ganz nebenbei erinner ich mich an die Vielzahl der Pluspunkte:

  • ein wunderbares Feedback einer Kollegin, das mich abwechselnd zu Tränen gerührt und vor Stolz hat ganz rot werden lassen (nur gut, dass mich keiner dabei beobachtet hat)
  • ein erfolgreicher Arbeitstag, nach dem ich sagen konnte: “ich hab alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte”, mit dem Ergebnis, dass ich wieder Ordnung in meinen Projekten hab
  • Zufriedenheit nach einer Vorlesung, in der ich viel von dem vermitteln konnte, was ich kann und weiß und was auch angekommen ist
  • ein wunderbarer Abend mit Freunden, Tränen gelacht, Muskelkater für die Bauchmuskeln geholt, alte bekannte getroffen und freudig begrüßt und sehr aufgeräumt nach Hause gefahren

Da wird der Knock Out fast nebensächlich. Jetzt muss ich mich persönlich mal wieder sortieren und schauen, wo es hingeht. Meine komplette Planung für die nächste Zeit ist über den Haufen geschmissen. Flexibilität ist gefragt und Kreativität auch. Nicht unbedingt das, was ich wirklich aus dem ff beherrsche.

Aber: wie sagt Casper so schön: “Der Sinn des Lebens ist Leben”. Das tu ich – aus vollen Zügen. Und gern.
Her mit den Steinen für die nächste Treppe…

Ach ja, der Frühlingsanfang war ein voller Erfolg. 20 Grad bei leuchtendem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Wenn das ganze Jahr so wird, ist es ein Fest.

Nachtrag: noch ein positives Erlebnis – Frauen.Macht.Technik:

Frauen.Macht.Technik - Ausstellung in Wolfsburg zum Frauentag 2014

Frauen.Macht.Technik – Ausstellung in Wolfsburg zum Frauentag 2014

Frühling

2014-02-10 14:03 von curie_ce

Es ist Mitte Februar und ich habe das Gefühl, es ist schon Mitte März.

Das Wochenende hat gelockt mit Sonne und vielen Vogelstimmen, die Straßen waren durch den Regen vom Salz befreit und ich habe meine kleine Schwarze aus der Garage geschoben. Die Verlockung war so groß. Die Vernunft war größer.

Pflichterfüllung und das Einlösen von Versprechen hat mich daran gehindert, diese Freiheit mal wieder zu genießen. Dabei ist mir so aufgegangen, dass ich jetzt auch nicht mehr Zeit habe als vorher. Das Leben ist irgendwie chaotisch. Ich setze mir selbst Grenzen, die ich gar nicht brauche. Behindere mich und wundere mich dann, warum nix vorwärts geht.

Aber zuviel Planen will ich auch nicht. Mal alle Grade sein lassen können und dürfen ist auch etwas, was ich sehr genieße. Warum hat man dann hinterher immer ein schlechtes Gewissen ?

Meine ToDo-Listen werden immer länger :-(

Ich bin wohl wieder im Alltag angekommen.